Anreise

Royal Air Maroc

An Bord der Royal Air Maroc

Wir sitzen im Zug nach Frankfurt. Das Taxi war pünktlich. Der Zug von Erkelenz nach Düsseldorf auch. Nun kann ich mich etwas entspannter im Sitz zurücklehnen. Köln haben wir schon hinter uns gelassen und die Landschaft zieht an uns vorbei. Wider Erwarten ist das Wetter auch in Deutschland recht schön. Temperaturen um die 20 Grad und kleine weiße Wölkchen am Himmel. Die vorsichtshalber eingepackte dünne Regenjacke kann im Rucksack bleiben. Wenn alles planmäßig verläuft, dann sind wir gegen halb drei Uhr in Frankfurt am Flughafen. Dann reicht die Zeit noch aus, vor dem Check-In eine Kleinigkeit zu essen. Jetzt lehne ich mich erst einmal in meinem Sitz zurück, schließe die Augen und träume vielleicht ein wenig von Marrakesch. Die nächste Etappe haben wir erreicht. Wir sitzen in der vorletzten Reihe im Flugzeug. Hinter uns sind die freien Plätze für die Crew. Die sitzen dort aber nur während der Start- und Landephase, oder wenn es Turbulenzen gibt. Aber dafür ist das Wetter zu gut. Vom Fenster aus können wir beobachten, wie die Koffer verladen werden. Das ist ein harter Job. Die Männer müssen viele schwere Koffer vom Transportwagen heben und auf ein Laufband verladen, über das die Koffer direkt in die Bodenluke des Flugzeuges befördert wird. Die meisten Koffer sind schwarz. An einem flattert ein grünes Band, zur Schleife gebunden, als Erkennungszeichen. Keine schlechte Idee. Ein Koffer ist wirklich riesig. Wieviel mag er wohl wiegen. Bestimmt mehr als 25 kg. Unter den Arbeitern befindet sich keine Frau. Hier ist bestimmt keine Quote gewünscht. Viel zu anstrengend ist diese Arbeit. Man sollte eine Regelung einführen, dass der einzelne Koffer maximal 20 kg wiegen darf. Es ist doch sonst in Deutschland bzw. in Europa alles bis ins Kleinste geregelt. Überregulierung nennt man das. Aber diese Männer hier haben wohl keine Lobby. Gestreikt wird wohl nur für höheres Gehalt und frühere Pension der Piloten. Jetzt ist der letzte Koffer verladen. Unsere habe ich nicht gesehen. Vielleicht sind auf der anderen Seite des Flugzeugs auch noch welche eingeladen worden. Hoffen wir das Beste. Die Koffer waren dabei. Alles ist gut. Aber zuvor haben wir eine gefühlte Ewigkeit an der Passkontrolle angestanden. Wieso heißt es eigentlich immer die "deutsche Gründlichkeit". Im nichteuropäischen Ausland ist man viel genauer. Ich glaube, der Kontrolleur hat jeden Eintrag in meinem Pass auswendig gelernt. Aber dann ging alles sehr schnell. Die Koffer vom Band genommen und dann sahen wie ihn schon. Unseren Reisebegleiter für die nächsten 14 Tage. Er hielt ein Pappschild hoch, mit unseren Namen. Mohammed heißt er. Wie so viele hier. Oder vielleicht soll es für uns so einfacher sein. Berber ist er, kein Araber. Das hat er ganz besonders betont. Wir gehen zum Parkplatz und sitzen wenig später recht gemütlich in einem geräumigen Geländewagen. Dann ein Stück Autobahn und wir erreichen schon nach kurzer Zeit Casablanca. Mehr als 3 Millionen Einwohner. Es ist Samstag, und die halbe Stadt ist unterwegs. Als wir unser Hotel endlich erreichen ist es schon nach zehn Uhr. Wir checken ein und tatsächlich gibt es für uns noch Essen vom Buffet. Eine Kleinigkeit nehmen wir noch zu uns, vor allem aber ein kühles Bier. Wir haben ein schönes Zimmer im obersten Stockwerk. Es ist im marokkanischen Stil eingerichtet und erstreckt sich über zwei Etagen. Unten befinden sich eine Toilette und ein Salon. Eingerichtet mit großzügigen Sitzgelegenheiten mit vielen weichen Kissen, einem Fernseher und einer Mini-Bar. Über eine Treppe erreicht man das Schlafzimmer mit angrenzendem Bad. Es ist ein 4-Sterne Hotel - das Kenzi Basma Hotel mitten in Casablanca, in der Nähe der großen Moschee Hassan II. Leider haben wir kaum Zeit diese schöne Suite zu würdigen. Wir fallen todmüde ins Bett und ich bin nach wenigen Minuten einschlafen. Jetzt heißt es erst einmal richtig ankommen in Marokko.

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