Ankunft in Ghana

Am 5. Januar 2017 ist es endlich soweit. Um 8 Uhr morgens lassen wir uns mit einem Taxi zum Flughafen Düsseldorf bringen. Das hat den Vorteil, dass wir trotz winterlicher Temperaturen auf eine dicke Jacke verzichten können. Trotz morgendlichem Berufsverkehr kommen wir gut durch, so dass wir schon 40 Minuten später einchecken können. Der KLM-Schalter hat zum Glück schon geöffnet. Der Abflug um 11:30 Uhr nach Amsterdam ist pünktlich. Mit dem City-Hopper der KLM brauchen wir für diese Strecke 1 Stunde. Der Anschlussflug nach Accra in Ghana ist für 14:25 Uhr vorgesehen. So können wir in Amsterdam noch einen Imbiss zu uns nehmen. Der Abflug erfolgt mit einer knappen Stunde Verspätung, in Accra landen wir schließlich gegen 20:30 Uhr. Flug und Service waren angenehm. Die Entscheidung mit KLM zu fliegen war also richtig gewesen.

Am Flughafen in Accra

In Accra schlägt uns schwüle, heiße Luft entgegen. Das Atmen fällt mir schwer. Der Kontrast zu den heimatlichen Temperaturen ist doch gewaltig. Im Flughafengebäude wird an der ersten Kontrollstelle der Impfpass kontrolliert. Ohne Gelbfieberimpfung darf man nicht einreisen. Für uns ist das kein Problem, da wir diese Impfung bereits für einen früher geplanten Urlaub bekommen hatten. Dann geht es weiter zur Passkontrolle. Wir reihen uns in eine endlos wirkende Schlange ein. Es geht nur langsam voran. Nach einer gefühlten Ewigkeit stehe ich vor einem freien Schalter. Der Beamte prüft das Visum. Dann muss ich ohne Brille in eine Kamera schauen. Schließlich werden noch meine Fingerabdrücke eingescannt. Jetzt bin ich erkennungsdienstlich erfasst, wie ein Schwerverbrecher. Am Gepäckband 2 angekommen sieht Burkhard bereits seine Reisetasche und kann sie gerade noch vom Band heben, bevor das Gepäck eine weitere Runde zieht. Auf meine Tasche muss ich noch ein wenig warten. Schließlich haben wir alles beisammen und passieren problemlos den Zoll. Kurz vor dem Ausgang werden wir allerdings angehalten und ich muss die Bordkarte vorzeigen. Ein Vergleich mit dem Kofferanhänger stellt den Beamten zufrieden. Es sind zweifelsfrei unsere Koffer, die wir an uns genommen haben!

Fahrt zum KASAPA Centre

Wir halten das schon zuhause ausgedruckte Erkennungsschild mit der Aufschrift KASAPA in die Höhe und wenig später kommt uns ein Mann entgegen, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck KASAPA trägt. Er stellt sich als Bismarck vor und nimmt mir die große Reisetasche ab. Er geht vorweg zum Auto, einem VW-Bus, mit dem er uns nun zum KASAPA Centre bringen wird. Zur Fahrtzeit meint er, es könne 1 Stunde, manchmal aber auch 3 Stunden dauern. Wir fahren los. Es ist reichlich Verkehr zu dieser doch schon späten Stunde. In zumeist drei Fahrspuren geht es auf einer Schnellstraße quer durch die Hauptstadt. Als Autofahrer braucht man gute Nerven, als Beifahrer noch viel mehr. Die Autos fahren im Zickzack, so wie die Straße es gerade zulässt. Geblinkt wird nicht, dafür um so mehr gehupt. Unterwegs sehen wir die ersten Straßenhändler, die ihre Waren durch das Autofenster hindurch verkaufen wollen. Auch am Straßenrand sind noch viele Verkaufsstände aufgebaut und es herrscht ein reges Treiben. Von Nachtruhe ist man hier noch weit entfernt. Wir lassen Accra hinter uns und fahren weiter auf der N1. Eigentlich kann man kaum erkennen, wo die Stadt anfängt bzw. aufhört. In Kasoa biegen wir links ab in Richtung Meer. Wir kommen in eine ländlichere Region. Auch hier sind viele Menschen unterwegs und die kleinen Verkaufsläden, die die Straße säumen, sind noch hell erleuchtet. Dort kann man die kleinen Dinge für den täglichen Bedarf kaufen und frische bzw. gegarte Nahrungsmittel werden angeboten. Einige Einheimische liegen vor den Häusern auf Betonstufen und schlafen. Wie man uns später sagt, machen sie dies weil es in den Häusern zu warm ist und nicht weil sie obdachlos sind. Ich will es mal so glauben. Nach einer guten Stunde endet der Fahrweg und nach fast 15 Stunden sind wir endlich angekommen.

Ankunft im KASAPA Centre

Es ist 23 Uhr und wir betreten unsere Unterkunft für die nächsten Tage, das KASAPA Centre bei Nyanyano, einem kleinen Fischerort etwa 40 Kilometer westlich von Accra, direkt an der Steilküste des Atlantik gelegen. Susanne, die das Centre gemeinsam mit ihrem Mann Kofi gegründet hat, empfängt uns. Die Koffer stellen wir erst einmal ab und wir nehmen Platz an einem großen Tisch in einem offenen Rundbau mit reetgedecktem Dach. Nach der langen Reise sind wir durstig und so trinken wir ein großes, herrlich kühles Bier. Wir berichten kurz über unsere Anreise, dann begleitet Susanne uns zu unserem Zimmer. Auf dem Gelände befinden sich mehrere Rundbauten in traditionellem Baustil. In jeder Hütte befinden sich zwei Räume. Einer ist für uns reserviert. Der Raum wird beherrscht von einem großen Doppelbett mit Moskitonetz. Für jeden von uns gibt es noch ein kleines Nachttischschränkchen und ein offenes Regal. Auf den Nachttischen steht jeweils eine mit Solarzellen bestückte Leselampe. Strom gibt es hier keinen. Toilette und Duschen sind an einem zentralem Ort nur wenige Meter entfernt. Wir packen nur das Nötigste aus, testen die Freilufttoilette, also das Plumpsklo, und gehen zu Bett. Es war ein langer Tag. Das Einschlafen will bei mir zunächst nicht so gut funktionieren. Die schwüle Hitze bereitet mir beim Atmen Probleme. Aber irgendwann überkommt mich dann doch der wohltuende Schlaf.  
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